Mihaela Bolohan
Mihaela Bolohan

Mihaela Bolohan

Rumänien

Selbstbestimmt leben

Wenn die Perspektive von Betroffenen sichtbar wird, können wir Gemeinschaften, öffentliche Wahrnehmung und politische Entscheidungen verändern.

Initiative

Menschenhandel in Europa stoppen

Impact

2025: Aufbau des Global Survivor Network in Rumänien als wichtiger Teil im Kampf gegen Menschenhandel in Osteuropa

Mihaela stammt aus Iași im Osten Rumäniens. Früh entwickelte sie ein Gespür für die Lebensrealitäten von Menschen, die mit Unsicherheit, Benachteiligung und fehlenden Chancen konfrontiert sind.

Ihre berufliche Laufbahn begann im NGO-Bereich. Acht Jahre arbeitete sie bei einer rumänischen Organisation, die junge Menschen in schwierigen Lebenssituationen unterstützt. Dort entwickelte sich Mihaela von der Trainerin zur Geschäftsführerin weiter und verantwortete Programme in den Bereichen Bildung und Berufsorientierung für vulnerable Jugendliche – insbesondere für junge Menschen aus dem rumänischen Kinderschutzsystem. Diese Arbeit prägte ihren Blick auf soziale Verwundbarkeit, fehlende Unterstützungssysteme und das erhöhte Risiko, von Gewalt, Ausbeutung oder Menschenhandel betroffen zu sein.

Seit Januar 2025 arbeitet Mihaela bei unserem ChanceMaker-Partner International Justice Mission (IJM) als Advocacy and Survivor Leadership Engagement Specialist. In dieser Rolle baut sie in Rumänien das Global Survivor Network (GSN) auf – ein Netzwerk von Menschen, die aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen mit Menschenhandel wichtige Perspektiven in Gemeinschaften, öffentliche Debatten und politische Prozesse einbringen können. Für Mihaela steht dabei ein zentraler Gedanke im Vordergrund: Menschen, die Ausbeutung erlebt haben, sollen nicht nur Unterstützung erhalten, sondern auch die Chance bekommen, Veränderung aktiv mitzugestalten.

Im August 2025 trafen sich die fünf Gründungsmitglieder des rumänischen GSN erstmals persönlich. Schon bei diesem ersten Treffen wurde deutlich, welche Kraft in einem geschützten Raum liegt, in dem Betroffene sich verstanden fühlen, ohne sich erklären zu müssen. Gemeinsam arbeiten sie daran, belastende Erfahrungen in zukunftsgerichtetes Handeln zu überführen.

Mihaela erlebt die direkte Zusammenarbeit mit Betroffenen als besonders sinnstiftend. Gleichzeitig sieht sie, wie groß die Herausforderungen weiterhin sind – gerade dort, wo Schuldzuweisungen gegenüber Betroffenen, mangelnde Sensibilität oder strukturelle Schwächen im Justizsystem echte Gerechtigkeit erschweren. Umso entschlossener setzt sie sich dafür ein, dass Betroffene gehört werden, dass Zusammenarbeit zwischen Staat und Zivilgesellschaft gestärkt wird und dass mehr Menschen in Ausbeutungssituationen den Mut finden, Hilfe zu suchen.

Die Initiative

Rumänien ist eines der am stärksten vom Menschenhandel betroffenen Länder in der EU, eine Situation, die sich seit dem Krieg in der Ukraine weiter verschärft hat. Durch transnationale Zusammenarbeit und die Stärkung des Rechtssystems werden Maßnahmen ergriffen, um Menschenhandel zu bekämpfen und gefährdete Personen zu schützen. IJM setzt sich gezielt für gesetzliche Reformen ein, arbeitet eng mit politischen und zivilgesellschaftlichen Akteuren zusammen und fördert die konsequente Strafverfolgung von Tätern sowie den langfristigen Schutz von Überlebenden.

Ein wichtiger Teil dieses gemeinsamen Projekts gegen Menschenhandel in Osteuropa ist der Aufbau des Global Survivor Network in Rumänien. Das GSN ist eine weltweite Initiative, die Betroffene von Menschenhandel miteinander vernetzt und ihre Perspektiven in gesellschaftliche und politische Prozesse einbringt. In Rumänien entsteht so ein Raum, in dem Überlebende einander stärken, Erfahrungen in konstruktives Handeln übersetzen und dazu beitragen, öffentliche Wahrnehmung, Unterstützungsstrukturen und politische Rahmenbedingungen weiterzuentwickeln.

Vision

Menschenhandel in Europa beenden. 

Programm & Aktivitäten

IJM engagiert sich in Rumänien aktiv für eine stärkere Gesetzgebung gegen Menschenhandel und einen besseren Schutz der Betroffenen. In Zusammenarbeit mit politischen Entscheidungsträgern und zivilgesellschaftlichen Organisationen setzt sich IJM für rechtliche Reformen ein, um Täter konsequenter zur Rechenschaft zu ziehen und Überlebenden langfristige Sicherheit zu bieten.

Als Teil einer umfassenden Initiative mit der parlamentarischen Kommission wurden bereits Gesetzesänderungen verabschiedet, die höhere Strafen für Menschenhandel, Kinderhandel, moderne Sklaverei und die sexuelle Online-Ausbeutung von Kindern festlegen sowie die Möglichkeit zur Bewährungsaussetzung in solchen Fällen ausschließen.

Um den internationalen Menschenhandel wirksam zu bekämpfen, schult IJM zudem Strafverfolgungsbehörden und Partnerorganisationen im professionellen Umgang mit Betroffenen und in der multidisziplinären Zusammenarbeit. Gleichzeitig unterstützt IJM Einzelfälle sowie bestehende Programme zur Bekämpfung von Menschenhandel und analysiert grenzüberschreitende und innerstaatliche Fälle.

Ergänzend dazu wird mit dem Global Survivor Network die Perspektive von Betroffenen noch stärker in die Projektarbeit eingebunden. In Rumänien werden Überlebende vernetzt, in ihrer Selbstvertretung gestärkt und ermutigt, ihre Erfahrungen in die Weiterentwicklung von Maßnahmen gegen Menschenhandel einzubringen. So ergänzt das Survivor Network die juristische, politische und zivilgesellschaftliche Arbeit des Projekts um eine wesentliche Perspektive: die der Menschen, die Ausbeutung selbst erlebt haben.

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